Ökobilanz Fertighaus vs. Massivhaus
Darüber hinaus ist seit einigen Jahren für viele Baufamilien noch ein weiterer Faktor hinzugekommen, der oft in der Prioritätenliste weit oben mitspielt: die Ökobilanz bzw. der CO2-Fußabdruck.
Denn ein Haus ist auch ein Vermächtnis an die nachkommenden Generationen und es hat ein Gewicht, wie sehr der Bau und das Bewohnen des Hauses die Umwelt belastet. Die Frage, die sich hier stellt, ist also nicht nur: „Welche Immobilie hinterlasse ich meinen Kindern?“, sondern auch „Welche Welt hinterlasse ich ihnen?“
Die Antwort auf diese Frage hängt mit der Entscheidung Massivhaus oder Fertighaus zusammen.
Der Primärenergiegehalt
Der Primärenergiegehalt beschreibt, wie viel Energie innerhalb der festgelegten Systemgrenzen für einen Baustoff oder ein Bauteil eingesetzt wird. Berücksichtigt werden können beispielsweise Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verarbeitung und Transport. Dabei wird zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Primärenergieträgern unterschieden.
Holz ist ein nachwachsender Baustoff; sein Primärenergiegehalt und seine Umweltbilanz hängen jedoch von Herkunft, Forstwirtschaft, Verarbeitung und Transport ab. Auch bei mineralischen Baustoffen unterscheiden sich Energieaufwand und Umweltwirkungen je nach Material, Herstellungsverfahren und Lieferweg.
Ein belastbarer Vergleich verschiedener Bauweisen setzt vergleichbare Gebäude, einheitliche Berechnungsmethoden und identische Lebenszyklusgrenzen voraus. Aussagen zu einem konkreten Haus sollten deshalb auf einer projektbezogenen Ökobilanz und den zugehörigen Produktdaten beruhen.
Durch die Vorfertigung wesentlicher Bauteile im Werk kann sich die Montagezeit auf der Baustelle verkürzen. Wie hoch Energieverbrauch und CO₂-Emissionen beim Bau tatsächlich sind, hängt unter anderem von Gebäude, Bauweise, Produktionsprozess, Transportwegen, eingesetzten Maschinen und der betrachteten Lebenszyklusphase ab.
Die theoretische Einsparung von CO₂, wenn man ein Jahr lang alle Häuser in Deutschland nur mit Holz oder in Holzständerbauweise gebaut hätte, beträgt 6,5 Millionen Tonnen.
Zwar gibt es in der Definition und Methodik solcher Erkenntnisse zurzeit noch eine gewisse Varianz, jedoch stellt das Umweltbundesamt in einer vergleichenden Studie fest, dass für die Indikatoren Primärenergiebedarf und Treibhauspotenzial die Holzbauweise geringere Umweltauswirkungen hat.
Quellen: Umweltbundesamt, Tipp zum Bau, Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB), fertighaus.de