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Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)?

Bauen
Gut zu wissen

Nachhaltigkeit spielt im Bauwesen eine immer größere Rolle. Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) stellt die Bundesregierung ein Werkzeug zur Verfügung, um Nachhaltigkeit im Bauwesen nicht nur zu fördern, sondern auch messbar und transparent zu machen. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Siegel, und wie läuft die Zertifizierung ab?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) wird auf Grundlage definierter Kriterien und eines geregelten Zertifizierungsverfahrens vergeben. Ob ein Neubau oder eine Modernisierung die Voraussetzungen erfüllt, hängt vom konkreten Projekt und dem ausgestellten Nachweis ab.

Der Weg zur Zertifizierung

Voraussetzung für die Vergabe des QNG ist eine Nachhaltigkeitsbewertung nach einem dafür registrierten Bewertungssystem. Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle prüft anschließend, ob das konkrete Gebäude die geltenden Anforderungen erfüllt. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) überwacht dabei die Kompetenz und Unabhängigkeit der Zertifizierungsstellen. Zu den derzeit für Wohngebäude aufgeführten Bewertungssystemen gehören unter anderem DGNB, BiRN, NaWoh und LNB_QNG. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Übersicht auf der offiziellen QNG-Webseite.

Ablauf der Zertifizierung

  • Beratung: Wer eine QNG-Zertifizierung plant, sollte frühzeitig eine qualifizierte Nachhaltigkeits-Expertin, einen Experten oder eine zugelassene Zertifizierungsstelle einbinden. Anforderungen, Unterlagen und Ablauf richten sich nach dem konkreten Projekt und dem gewählten System.
  • Pre-Check und Zielvereinbarung: Die Überprüfung der vorliegenden Konzepte und die Festlegung von angestrebten Qualitätsstandards erfolgen zu Beginn der Planung. Dies dient als Grundlage für ein Qualitätsmanagement während der Planungs- und Ausführungsphase.
  • Pflichtenheft: Aufbauend auf der Zielvereinbarung wird ein Pflichtenheft erstellt, in dem die notwendigen Nachweisleistungen, Verantwortlichkeiten und Termine festgelegt werden.
  • Anmeldung: Nach der ersten Prüfung der Planung kann die Anmeldung bei der zuständigen Zertifizierungsstelle erfolgen. Welche Unterlagen und Prüfschritte erforderlich sind, hängt vom gewählten Bewertungssystem und dem konkreten Bauvorhaben ab.
  • Qualitätsmanagement und Dokumentation: Während der Planung und Ausführung müssen die angestrebten Qualitäten umgesetzt und dokumentiert werden. Die Erfüllung der Anforderungen wird schließlich durch die Zertifizierungsstelle geprüft.

Vorteile der Zertifizierung

Ein QNG-Nachweis kann bei bestimmten Förderprogrammen eine Voraussetzung oder ein Vorteil sein. Kredithöhe, Zuschüsse und weitere Bedingungen richten sich nach dem aktuellen Programm, der individuellen Planung und dem erfolgreichen Antrag. Eine Wertsteigerung kann nicht zugesichert werden.

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) bestätigt, dass ein konkretes Gebäude die für die jeweilige Siegelvariante festgelegten Anforderungen erfüllt. Im Rahmen der Zertifizierung werden definierte ökologische, ökonomische und soziokulturelle Kriterien sowie Anforderungen an Planung und Ausführung geprüft. Welche Eigenschaften bestätigt wurden, ergibt sich aus dem jeweiligen Zertifikat und seinem Geltungsbereich.