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Ökobilanz Fertighaus vs. Massivhaus

Bauen
Gut zu wissen

Beim Bau eines Eigenheims spielen etliche Faktoren eine Rolle: der Preis, der architektonische Stil, die Lage, die Gesamtwohnfläche, die Ausstattung von Küche und Bad, der Keller, die Gestaltung des Gartens und nicht zuletzt: soll in Massivbauweise gebaut werden oder in Holzständerbauweise, landläufig auch als Fertighaus bekannt.

Darüber hinaus ist seit einigen Jahren für viele Baufamilien noch ein weiterer Faktor hinzugekommen, der oft in der Prioritätenliste weit oben mitspielt: die Ökobilanz bzw. der CO2-Fußabdruck.

Denn ein Haus ist auch ein Vermächtnis an die nachkommenden Generationen und es hat ein Gewicht, wie sehr der Bau und das Bewohnen des Hauses die Umwelt belastet. Die Frage, die sich hier stellt, ist also nicht nur: „Welche Immobilie hinterlasse ich meinen Kindern?“, sondern auch „Welche Welt hinterlasse ich ihnen?“

Die Antwort auf diese Frage hängt mit der Entscheidung Massivhaus oder Fertighaus zusammen.

Der Primärenergiegehalt

Der Primärenergiegehalt berücksichtigt unter anderem Herstellung, Verarbeitung, Transport und Einbau von Baustoffen. Bei einem Fertighaus in Holzständerbauweise hängen die Werte von Holzherkunft, Materialmix, Lieferwegen, Nutzung und Lebenszyklus ab; pauschale Aussagen sind daher zu vermeiden.

CO2-Vergleiche zwischen Bauweisen sind nur aussagekräftig, wenn Vergleichsmethode, Bezugsgebäude, Systemgrenzen, Datenquelle und Aktualisierungsdatum genannt werden. Ohne diese Angaben sollte keine pauschale Aussage über geringere Emissionen eines Fertighauses veröffentlicht werden.

Auch beim Bau des Hauses, der beim Fertighaus schneller vonstattengeht, wird weniger CO₂ freigesetzt. Denn je weniger, bzw. kürzer schwere Maschinen zum Einsatz kommen, umso besser für die Umwelt. Der Energieaufwand beträgt hier in etwa 70% gegenüber der konventionellen Bauweise.

Die theoretische Einsparung von CO₂, wenn man ein Jahr lang alle Häuser in Deutschland nur mit Holz oder in Holzständerbauweise gebaut hätte, beträgt 6,5 Millionen Tonnen.

Zwar gibt es in der Definition und Methodik solcher Erkenntnisse zurzeit noch eine gewisse Varianz, jedoch stellt das Umweltbundesamt in einer vergleichenden Studie fest, dass für die Indikatoren Primärenergiebedarf und Treibhauspotenzial grundsätzlich die Holzbauweise geringere Umweltauswirkungen hat.

Quellen: Umweltbundesamt, Tipp zum Bau, Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB), fertighaus.de