Eine kleine Geschichte des Fertighausbaus

Beim Thema Fertighaus denken die meisten an ein modernes Produkt, dessen Geschichte vielleicht irgendwann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnt.

Doch die Idee, Gebäude durch die Vorfertigung von Bauteilen kostengünstig, logistisch vorteilhaft und schnell zu errichten ist viel, viel älter.

Wenn man die die Technik der Vorfertigung von Bauteilen als Definition hernimmt, lassen sich bereits die ägyptischen Pyramiden oder der Kölner Dom als Fertigbau bezeichnen. Die steinernen Bauteile wurden im Umland vorproduziert, in die spätere Verwendungsform gebracht und dann zur eigentlichen Baustelle transportiert.

Aber selbst wenn man die Definition enger fasst, nämlich dass es sich um ein bewohnbares Haus handelt, reicht der erste Nachweis eines Gebäudes in Fertigbauweise bin das Japan des 12. Jahrhunderts zurück.

In Mitteleuropa und vor allem in Deutschland prägen bis heute Fertighäuser malerische Altstädte, die wir mit dem Thema nicht ohne weiteres in Verbindung bringen würden: die Fachwerkhäuser. 

Das Prinzip der vorgefertigten Balken, die dann von Zimmerleuten vor Ort zusammen gesetzt wurden machen die Fachwerkhäuser technisch und historisch zu den Vorläufern dessen, was wir heute als Fertighaus bezeichnen.

Eine geniale Idee fand auch das Universalgenie Leonardo da Vinci, der 1494 ein Fertighaus entwarf.
Die Fachwerkhäuser begründeten einen erfolgreichen Trend, der bis heute anhält: die Verwendung von Holz als essenziellen Baustoff. Wie man heute - Jahrhunderte später - sehen kann eine gute Entscheidung für einen langlebigen und nachhaltigen Baustoff.

Mit den Glücksrittern und Auswanderern des 19. Jahrhunderts gelangte das Prinzip Fertighaus dann in die neue Welt nach Amerika.

Die uns allen bekannten Saloons wurden oft aus Bauteilen serieller Vorfertigung erstellt, genauso wie Häuser für die Abenteurer des Goldrausches.

Im 20. Jahrhundert nimmt das Fertighaus dann an Fahrt auf. Die Bauhausbewegung um Walter Gropius propagierte die Kombination aus Schnelligkeit und kostengünstigem Bauen bei gleichzeitiger Möglichkeit über Module individuelle Gestaltungmöglichkeiten zu nutzen. Ein Prinzip, das bis heute besteht und verfeinert wurde.

Ab den 50er kam es durch das Wirtschaftswunder zu einem Bauboom, der bis in die 70er Jahre anhielt. Die ersten Häuser in den 50er Jahren waren noch recht klein und funktional, jedoch setzte sich Holz als vorherrschender Baustoff durch.

In den 1980er Jahren kam ein weiterer wichtiger Schritt: Dem Fertighaus haftete das Etikett „Billigbauweise“ an und so entschloss sich die Branche zu einer massiven Qualitätsoffensive.

Die Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) wurde gegründet. Diese Organisation kontrolliert mehrmals im Jahr mit unabhängigen Prüfern nicht nur die Werke, sondern auch Baustellen. Seitdem sind etliche Prüf- und Kontrollinstanzen hinzugekommen, die dafür sorgen, dass sich Bauherren auf ihr neues Haus rundherum verlassen können.

Für die Gegenwart und Zukunft lässt sich sagen, dass der Anteil der Fertighäuser in Holzständerbauweise stetig zunimmt und immer beliebter wird.

Denn diese Bauweise ist nicht nur seit jeher schnell und günstig, sondern auch im Hinblick auf nachwachsende Generationen nachhaltig und umweltschonend.

 

Quelle: Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V

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